24. August 2016 - Direkt aus der ACTION-GUIDE Zentrale



Segelfliegen, wie geht das?

Es ist Montagmorgen auf der A3. Die Scheibenwischer bearbeiten den Sprühregen, von dem neuen Windrad bei Dinslaken sind nicht einmal die Propellerblätter sichtbar. Das heißt, die Wolkenuntergrenze liegt bei ca. 50 Metern. Segelfliegen, geht das bei dem Wetter? Nicht nur die 12 Jugendlichen Teilnehmer am ACTION GUIDE 2016 fragen sich das. Am Flugplatz Schwarze Heide werden sie freundlich empfangen, das riesige Hallentor ist sogar auf. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde im Briefingraum des  Flugsportvereins Oberhausen Duisburg gibt es die ersten Informationen zum Tagesablauf und den Verhaltensweisen auf einem Flugplatz, safty first!  

 

Der Beamer wirft das Wetter in Form diverser Wetterkarten und Satellitenbilder an die Wand. In Belgien scheint schon die Sonne! Die skeptischen Blicke in den Nieselregen jedoch überwiegen. 

 

Es folgt der Blick ins Cockpit eines Segelflugzeuges und das Vertraut machen mit einem Fallschirm, den Instrumenten, der Steuerung und dem Notausstieg. Dann heißt es aufbauen. Schon die ersten Schritte auf den Rasen erzeugen nicht nur das Gefühl von nassen Füssen. Der Turm hat ein Einsehen und schickt uns über den asphaltierten Taxiway zur Startstelle. Und dann ist es endlich soweit, einsteigen, anschnallen, die Checkliste abarbeiten und die Haube schließen. Die Fläche wird angehoben und das eingeklinkte Stahlseil beginnt sich zu straffen. Muntere 240 „Dieselpferdchen“ beschleunigen das Flugzeug auf 10 Metern von Null auf Hundert. 

 

Die Füße voran, wird mit einem Winkel von mehr als 40° in die Luft gestiegen. Das Seil wird ausgeklinkt, danach herrscht Stille! 

Fast geräuschlos gleitet das Flugzeug mit Schüler und Lehrer wieder zurück zum Erdboden. Mit einem sanften rumpeln kommt der Flieger zum Stehen. Der nächste bitte! 

Wir schaffen am ersten Tag mit zwei Flugzeugen eine komplette Runde, jeder war einmal in der Luft und wie vorhergesagt wird pünktlich um 18 Uhr bei zeitweiligem Sonnenschein eingeräumt. 

Als die Teilnehmer am Dienstag auf dem Flugplatz erscheinen brennt die Sonne aus einem blauen Himmel. Den Startaufbau haben die fleißigen Helfer des Vereins bereits geleistet. Der Flugbetrieb beginnt sofort. Der leichte Gegenwind ermöglicht Starts bis auf 400m Höhe, ausreichend um Anschluss an die Thermik zu erhalten. Wir steigen kreisend bis auf 700m und beginnen mit den ersten Versuchen, einen Kreis oder noch schlimmer geradeaus zu fliegen. Folgt das Flugzeug dem Fluglehrer wie ein handzahmes Pony, so scheint es zu bocken wie ein Mustang wenn der Schüler ihm seinen Willen aufzwingen will. In luftiger Höhe ist es angenehm aber am Boden steigen die Temperaturen in ungewohnte Höhen. Das Zurückschieben an den Start wird zunehmend langsamer. 

Der Lepo muss die Teilnehmer unterstützen.  

 

Am Abend haben alle Jugendlichen ihre drei Starts absolviert und sind froh, die Hitzeschlacht überstanden zu haben. 

Etliche Taxi „Mamma“ stehen bereit, die zufriedenen und müden Gesichter wieder einzusammeln. Eine wiedermal gelungene Veranstaltung. 

 

Der Bericht mit zusätzlichen Bildern könnt Ihr hier als PDF nachlesen.

 

 

 

 

Action Guide Oberhausen
Langeweile muss nicht sein